Microsoft Cloud PKI in der Praxis: Zertifikatsmanagement mit Intune neu bewerten
Axel Sulzer / 29. Juli 2026Zertifikate gehören zu den wichtigsten Sicherheitsbausteinen moderner IT. Die Verwaltung dahinter ist jedoch oft komplexer und undurchsichtiger als notwendig.
Würden Sie Ihre bestehende PKI heute noch einmal genauso aufbauen?
Zertifikate sind seit Jahren fester Bestandteil moderner Unternehmensinfrastrukturen. WLAN-Authentifizierung, VPN-Zugriffe, Geräteidentitäten, Benutzerzertifikate oder S/MIME-Verschlüsselung basieren häufig auf einer klassischen Public Key Infrastructure (PKI).
In vielen Unternehmen besteht diese Umgebung aus lokalen Zertifizierungsstellen, zusätzlichen Serverrollen, Zertifikatsconnectoren, manuellen Prozessen und einem nicht unerheblichen Betriebsaufwand. Das funktioniert grundsätzlich zuverlässig, verursacht aber Wartungs-, Dokumentations- und Erneuerungsaufwand.
Mit den aktuellen Microsoft-365-Anpassungen wird Microsoft Cloud PKI für viele Unternehmen erstmals Bestandteil der vorhandenen Microsoft-365-E5-Strategie. Dadurch verschiebt sich die Fragestellung von „Lohnt sich eine zusätzliche Investition?“ hin zu „Welche bestehenden Zertifikatsprozesse sollten wir neu bewerten?“. Microsoft positioniert Cloud PKI inzwischen als Bestandteil von Microsoft 365 E5 und rückt das Thema damit für viele Kunden deutlich stärker in den Fokus.
Was ist die Microsoft Cloud PKI eigentlich?
Microsoft Cloud PKI stellt Zertifizierungsstellen direkt innerhalb der Intune-Plattform bereit. Statt eigene CA-Server zu betreiben, können Administratoren Root- und Issuing-CAs innerhalb des Microsoft-Tenants anlegen und anschließend Zertifikate über Intune verteilen.
Besonders interessante Einsatzszenarien sind:
- WLAN mit EAP-TLS
- Geräteidentitäten
- Benutzerzertifikate
- Cloud-Native Devices
Warum klassische PKI-Strukturen hinterfragt werden sollten
Viele Zertifizierungsstellen wurden vor Jahren eingeführt und erfüllen ihre Aufgabe bis heute zuverlässig. Die Herausforderung liegt häufig im Betrieb der Infrastruktur, beispielsweise bei CA-Pflege, Backup- und Recovery-Prozessen, CRL-Veröffentlichung und NDES-Betrieb.
Cloud PKI ersetzt nicht jede bestehende PKI-Infrastruktur, kann sie jedoch in vielen Szenarien sinnvoll ergänzen.
Vor einer Bewertung sollten Unternehmen analysieren, welche Zertifikate ausgestellt werden, welche regulatorischen Anforderungen bestehen und wie hoch der tatsächliche Betriebsaufwand der aktuellen PKI ist.
Typische Einstiegsszenarien für Microsoft Cloud PKI
- WLAN-Authentifizierung mittels EAP-TLS
- Zertifikate für Entra- und Intune-verwaltete Geräte
- Benutzerzertifikate für moderne Workplace-Szenarien
- Ersatz geplanter PKI-Erneuerungen
- Cloud-Native-Endgeräte ohne lokale Infrastruktur
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Lizenzänderungen lohnt sich eine Neubewertung bestehender PKI-Landschaften. Funktionen, die bislang häufig als Bestandteil der Intune Suite oder als separates Add-on betrachtet wurden, stehen vielen Microsoft-365-E5-Kunden nun unmittelbar zur Verfügung. Dadurch wird Cloud PKI für zahlreiche Unternehmen nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich interessant.
Unser Fazit
Microsoft Cloud PKI ist interessant, weil die Funktion ein Thema adressiert, das in vielen Unternehmen seit Jahren unverändert betrieben wird: Zertifikatsmanagement.
Die entscheidende Frage lautet nicht: Brauchen wir Cloud PKI? Sondern: Welche Zertifikatsprozesse betreiben wir heute mit hohem Aufwand und würden wir diese Infrastruktur heute noch einmal genauso aufbauen?
Quellen und weiterführende Links
Würden Sie Ihre bestehende PKI heute noch einmal genauso aufbauen?
Diese Frage lohnt sich mehr denn je. abtis unterstützt Unternehmen dabei, bestehende PKI-Strukturen und Zertifikatsprozesse fachlich zu bewerten, geeignete Einstiegsszenarien für Microsoft Cloud PKI zu identifizieren und die Integration in moderne Intune- und Entra-Umgebungen praxisnah umzusetzen. So lässt sich fundiert entscheiden, welche Bestandteile einer klassischen PKI weiterhin benötigt werden und wo Cloud-native Ansätze einen echten Mehrwert bieten.