Jeder Administrator einer relativ aktuellen vSphere Version kennt es. Das Update der vSphere Umgebung auf 6.5 ist durchgeführt und motiviert verbindet man sich mit dem vertrauten .Net Client zum vCenter. Der Client stellt die Verbindung her und fängt an das Hauptformular zu laden, bis folgende Fehlermeldung auf dem Bildschirm erscheint.

 

 

Dieses Problem ist keineswegs ein Fehler des vCenter. Mit der vSphere Version 6.5 forciert VMware das Ende des allseits beliebten .Net Client und drängt seine Benutzer nun den VMware vSphere Webclient, im nachfolgenden Webclient genannt, zu verwenden. Mit der Version 5.1 eingeführt, hat der Webclient im Lauf der Zeit immer weitere Funktionen erhalten und viele Features neuerer VMware vSphere Versionen waren bis zuletzt nur in diesem verfügbar. Ein populäres Beispiel sind hier die Distributed Switche oder gar VMware vSAN.
Idee gut. Umsetzung eher nicht.
Die Vorteile einer Webbasierten Verwaltung liegen auf der Hand. Die Verwaltung wird dezentralisiert, da jedes OS und Gerät der heutigen Zeit einen Webbrowser besitzt. Weiter sind Adobe Flash und Java auf allen Geräten verfügbar, sodass man eine einheitliche, plattformübergreifende Technologie für den Webclient schnell gefunden hatte.

Das Endergebnis ist jedoch jedem Anwender bestens bekannt. Der Webclient überzeugte aufgrund Flash und JAVA nicht durch Performanz und Stabilität. Oft waren lange Wartezeiten oder abgestützte Browser die Folge. Weiter gilt Adobe Flash allgemein als Sicherheitsrisiko. Auch in Sachen Übersichtlichkeit konnte der Webclient nicht überzeugen, was mit einer der Gründe für die Unbeliebtheit des Webclients ist. So verwendeten viele Benutzer weiterhin den nur auf Windows verfügbaren .Net-Client. Auch die mit VMware vSphere 6.0 veröffentlichten Verbesserungen konnten nur wenige Anwender zur Umkehr bewegen.

Was nun?
Mit VMware vSphere 6.5 hat VMware eine neue Version des Webclient veröffentlicht. Dieser basiert auf HTML5 und ist das exakte Gegenteil seines Vorgängers. So überzeugt der Webclient durch Stabilität, Performance und Kompatibilität zu nahezu allen Webbrowsern. Auf Flash wird vollständig verzichtet. In den aktuellen Versionen der VMware vCenter Appliance ist der neue Webclient bereits neben dem bestehenden Webclient integriert und kann über die URL: https://<vcenter.domain.tld>/ui aufgerufen werden. Nach der Anmeldung begrüßt die neue Oberfläche:

 

 

Neben der neuen Technologie hat VMware auch den Aufbau des Clients leicht überarbeitet. So erinnert der Aufbau in Teilen an den abgelösten .Net Client und ist weit weniger verschachtelt als sein flashbasiertes Pendant.

Zu schön um wahr zu sein?
Der HTML5 Client unterstützt aktuell nicht alle Funktionen des alten Webclients. So müssen für einige Funktionen der alte Webclient verwendet werden. Ein populäres Beispiel ist die Storage vMotion, welche bis zur letzten Version nur über den alten Webclient möglich war. Weiter werden aktuell im HTML5 Client nur wenige Plug-Ins von Drittherstellern unterstützt.

Doch VMware lässt die Anwender diesmal nicht im Regen stehen. Wer sein vCenter regelmäßig aktualisiert, enthält mit den Updates neue Funktionen und Bugfixe, welche den Komfort und die Stabilität des HTML5 Client deutlich erhöhen. So werden Schritt für Schritt neue Funktionen ergänzt. Updates für den neuen Webclient werden zusätzlich außerhalb der regulären Updatezyklen für das VMware vCenter veröffentlicht.

Updates für das VMware vCenter können wie gewohnt über den Updatemanager bereitgestellt werden. Die vCenter Appliance bietet zusätzlich die Möglichkeit ein Update über die Appliance Management Seite durchzuführen. Diese wird mit der URL: https://<vcenter.domain.tld>:5480 aufgerufen. Nach erfolgtem Login mit dem Benutzer Root können Aktualisierungen über den Reiter Update direkt aus einem online verfügbaren Repository, oder von einem aktuellen VMware vCenter ISO bezogen werden. Ausstehende Updates werden unter Verfügbare Updates angezeigt und können direkt installiert werden. Ein Neustart des VMware vCenter ist nach Abschluss erforderlich.

 

 

Für Anwender älterer vSphere Versionen, oder diejenigen, welche den neuen Client unabhängig ihres vCenters testen möchten, gibt es zusätzlich die Möglichkeit den Webclient als Appliance standalone bereitzustellen. Die Appliance kann im .ovf Format hier kostenfrei heruntergeladen werden. Die Appliance wird wie in folgendem Video beschrieben bereitgestellt.

Sollte dennoch der flashbasierte VMware vSphere Webclient benötigt werden, kann dieser durch den Aufruf der URL: https://<vcenter.domain.tld>/vsphere-client/ aufgerufen werden. Weiter sind die Links zu beiden Clientversionen auf der Startseite der VMware vCenter Appliance hinterlegt. Die Startseite ist unter folgender URL erreichbar: https://<vcenter.domain.tld>. Auf den ersten Blick zu sehen, ist der von VMware hinterlegte Hinweis –Teilfunktionen- hinter dem HTML5 basierten vSphere Webclient, welcher zusätzlich auf die Unvollständigkeit des neuen Webclients hinweist.

 

 

Redakt.: Simon Arneric