Sockelbasiert? Subscription? Instanzbasiert? Universell?

Veeam hat in letzter Zeit einiges an Verwirrung in Bezug auf seine Lizenzmodelle gestiftet. Wie man trotzdem den Überblick behält, erklärt dieser Blog Artikel.

Anfang 2019 wurde im Zuge der Cloud-Objektspeicher-Anbindung durch Veeam die sogenannte instanzbasierte Lizensierung (VIL) eingeführt und somit die alte Subscription License abgelöst. VIL sollte es ermöglichen, sogenannte Workloads für z.B. Agenten-Backups, VM-Sicherungen oder spezielle Aufgaben im Backup Umfeld flexibel und portabel zu lizensieren. Allerdings wurde auch bei Instanzen zwischen den verschiedenen Editionen Standard, Enterprise und Enterprise Plus unterschieden. Dies hatte zur Folge, dass bestimmte Workloads je nach Edition mit einem Faktor berechnet werden mussten:

Dieses System hat sehr viele Kunden verwirrt, zumal den meisten anfangs gar nicht bewusst gewesen sein dürfte, dass die CPU-Sockel-basierte Lizenz weiterhin Bestand hatte.

Aus diesem Grund hat Veeam im Oktober 2019 die instanzbasierte Lizensierung eingestampft und durch die sogenannte Veeam Universal License (VUL) ersetzt. Auch hier ist zu beachten, dass die sockelbasierte Lizenz weiterhin für Hyper-V- oder VMware-Host-Backups verwendet werden kann! VUL muss jedoch bei der Lizensierung von Agenten-Backups (Windows & Linux / Oracle & SAP Workloads) verwendet werden.

Hinter dem Wort „Agenten“ verbergen sich in der Regel Hardware Maschinen, die natürlich nicht über einen Hypervisor gesichert werden können, sondern intern aus der Maschine heraus mit einem Stück Software (Veeam Agent). Diese Software kann aber auch in VMs installiert werden, um z.B. Hyper-V Shared Disks oder Failover-Cluster-Nodes konsistent sichern zu können.

Windows- und Linux Agenten ohne spezielle Rollen oder Funktionen müssen jedoch nicht zwangsweise lizensiert werden! Auch in der kostenlosen Version funktioniert die Sicherung und Wiederherstellung von Agenten reibungslos. Eine Lizensierung macht aber dann Sinn, wenn die Agenten-Sicherung z.B. zentral über die Veeam Backup Konsole gesteuert werden soll. Auch applikationskonsistente Sicherungen von SQL-, Exchange- oder generell Failover-Cluster-Maschinen erfordern eine Agenten-Lizensierung. Eine Mischung von Agenten mit und ohne Lizenz ist allerdings nicht möglich, wenn beide Typen auf ein Veeam Backup Repository sichern. Läuft die Sicherung bei den nicht lizensierten Agenten auf eine SMB Freigabe, kann man diese Beschränkung jedoch umgehen.

Die wichtigste Neuerung von VUL besteht im Wesentlichen daraus, dass es nur noch eine einzige Edition gibt, nämlich Enterprise Plus. Somit fällt die o.a. Faktor-Berechnung weg und der Kunde kann alle Zusatz-Features dieser Edition für all seine Workloads nutzen.

Wer nun wissen möchte, welche Kosten effektiv zu begleichen sind, für den stellt Veeam – wie auch bei den Instanz-Lizenzen zuvor – einen Online-Preisrechner zur Verfügung: https://www.veeam.com/pricing-calculator

In meinem nächsten Veeam Blog Artikel werden wir uns ein paar Rechen-Beispiele anhand des Preisrechners anschauen. Unter anderem werden wir klären, ab wann sich eine Universal Lizenz gegenüber einer sockelbasierten lohnt.

Und falls Sie in der Zwischenzeit Unterstützung bei Ihrer Veeam Lizensierung benötigen: vertrieb@abtis.de

 

Redakteur: Thomas Reeck (Senior Technology Engineer)