Falls man mehrere X-Serie-Switche auf eine ähnliche Weise konfigurieren möchte, lässt sich ein großer Teil der Vorgehensweise vereinfachen, indem auf ein paar einfache Tricks zurückgegriffen wird. Im folgenden werden wir uns ansehen, wie ein Firmwareupgrade auch auf mehreren Switchen parallel durchgeführt werden kann und wie sich die Konfiguration eines Switches leicht ex- und importieren lässt. Nach dem Anschließen des Switches ist zunächst die Management-Oberfläche zu aktivieren. Das geschieht über einen Kontakt auf der Rückseite des Switches.

Sobald die grüne LED an der Vorderseite leuchtet ist die Management-Oberfläche des Switches über http erreichbar. In der Standardeinstellung nimmt der Switch eine Management-IP über DHCP an. Erhält er keine IP zugewiesen verwendet er den statischen Fallback 192.168.2.1/24.

Der Standardlogin lautet Benutzer:adminPasswort:admin.

 

Firmwareupgrade über die Weboberfläche

Um ein Firmwareupgrade vorzunehmen, ist zunächst die aktuelle Firmware von der DELL-Treiberseite herunterzuladen. Die Service-Tag des Switches lässt sich über Switch Management >Switch Information auslesen.

Bei der X-Serie wird die Firmware in der Regel als Zip-Datei heruntergeladen. Dieses enthält unter anderem eine Datei mit der Endung .ros  und eine Datei mit der Endung .rfb. Bei der ersten handelt es sich um das eigentliche Firmware-Image, bei der zweiten um den Boot-Code, der benötigt wird, um das Image zu laden.

Beide Dateien können über die Weboberfläche unter Switch Management > File Update and Backup  hochgeladen werden.

Beim Hochlanden ist darauf zu achten, dass unter File Type der Radio-Button bei Firmware Download steht und der richtige Destination File Type also Software Image bzw. Boot Code ausgewählt wird. Nach dem Hochlanden der beiden Firmware-Dateien kann das Fenster mit Cancel geschlossen werden.

Über den Eintrag Active Firmware Image ist nun abschließen einzustellen, dass der Switch beim nächsten Start das neue Firmware-Image verwendet.

Der Neustart des Switches erfolgt dann über das Tools-Menu in der oberen rechten Ecke.

Exportieren einer Konfiguration über die Weboberfläche

Nach dem Setzen aller relevanter Einstellungen lässt sich die Konfigurationsdatei des Switches über die Weboberfläche exportieren. Hierbei wird wie bei anderen Switchen auch zwischen der startup-config und der running-config unterschieden. Beim Start eines Switches wird die auf dem Speicher des Switches hinterlegte startup-config in den Arbeitsspeicher geladen und somit zur aktuellen running-config. Vor dem Export der Datei sollten daher die vorgenommenen Einstellungen, die sich gegebenenfalls nur in der running-config befinden, in die startup-config übertragen werden. Das geschieht über das Tools-Menu in der oberen rechten Ecke.

Das Herunterladen der startup-config erfolgt unter Switch Management > File Update and Backup > Edit Backup Files.

Die heruntergeladene Konfigurationsdatei kann mit einem Texteditor, der Unix-Zeilenenden (LF) unterstützt (z.B. Notepad++), entsprechend angepasst werden.

 

Importieren einer Konfiguration über die Weboberfläche

Das Importieren einer Konfigurationsdatei erfolgt über Switch Management > File Update and Backup > Edit Update Firmware / Configuration.

Nach dem Import wird die aktuelle Session auf der Weboberfläche beendet.

 

Firmware-Upgrade über die Kommandozeile

Falls das Firmware-Upgrade auf mehreren Switchen vorgenommen werden soll, gibt es einen effizientieren Weg als der oben beschriebene. Um diesen Weg einzuschlagen helfen die folgenden Tools:

  • Advanced IP-Scanner: Zum Ermitteln der Management-IP, falls diese über DHCP vergeben wird.
  • tftpd64: Ein ad-hoc Trivial FTP Server, der auch als DHCP verwendet werden kann, um die temporären Management-IPs für die Switche zu verteilen.
  • SuperPutty: Ein Tool, das es erlaubt, Putty-Sessions zu verwalten, in Split-Screens darzustellen und Befehle in mehreren Sessions parallel auszuführen.

 

Dazu sind zunächst wie oben beschrieben die Switche so vorzubereiten, dass sie eine IP über DHCP beziehen und sich im Management-Modus befinden. Über einen IP-Scan im betreffenen DHCP-Bereich lassen sich die Switche mit aktiver Management-Oberfläche daran erkennen, dass auf port 80 ein HTTP-Server “GoAhead-Webs” lauscht.

Sobald die IPs der Switche notiert sind, lässt sich über SuperPutty eine SSH-Verbindung auf alle Switche herstellen. Der Login ist wie bei der Management-Oberfläche auch Benutzer:adminPasswort:admin.

nächste Schritt ist das Bereitstellen der Firmare-Images über TFTP, wofür z.B. das Tool tftpd64 verwendet werden kann. Die oben bereits besprochenen Firmare-Images mit der Endung .ros  bzw. .rfb  werden dazu in das Basis-Verzeichnis kopiert, das in den Einstellungen von tftpd64 ausgewählt werden kann. Gegebenenfalls muss der Port für TFTP (TCP69) auf der Firewall freigegeben werden.

Sobald der TFTP-Server läuft und auf das richtige Interface eingestellt ist, kann das Firmware-Upgrade über folgende SSH-Befehle in SuperPutty ausgeführt werden:

copy tftp://172.XX.XX.41/x10xx-30091.ros Image
copy tftp://172.XX.XX.41/x10xx_boot-10025.rfb boot

reload

 

Nach dem Ausführen der Befehle wird der Switch fragen, ob der Neustart trotz ungespeichertern Änderungen und Trennen der SSH-Verbindung durchgeführt werden soll. Um Beides zu bestätigen ist in der Commandozeile ‘YY’ einzugeben und mit enter  abzusenden.

Um die Befehle parallel auf allen mit SuperPutty verbundenen Switchen abzusetzen, kann, wie im folgenden Screenshot gezeigt, die “Run-Script”-Funktion verwendet werden.

Importieren einer Konfiguration über die Kommandozeile

Ähnlich wie beim Firmware-Upgrade über die Kommandozeile lässt sich auch die Konfiguration eines Switches über die Kommandzeile importieren. Das geschieht mit den folgenden SSH-Befehlen.

copy tftp://172.XX.XX.41/startup-config-XX.txt startup-config
reload

 

Redakt.: Manuel Batsching