DELL-Server besitzen eine Out-Of-Band-Management-Schnittstelle namens iDRAC (integrated Dell Remote Access Controller). Diese Schnittstelle erlaubt es, die Serverhardware zu verwalten und als Alternative zu einem KVM-Switch Remote auf den Server zuzugreifen. Es muss dafür eine Lizenz installiert sein.

Auf die iDRAC eines Servers wird über HTTPS auf eine Weboberfläche zugegriffen. Dafür muss die iDRAC-Schnittstelle entsprechend im Netzwerk konfiguriert werden. Für die Netzwerkkonfiguration der iDRAC gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. LED-Display an der Vorderseite des Servers
  2. Konfiguration über den Lifecycle-Manager des Servers
  3. Setzen der Einstellungen über die iDRAC QuickSync-Bezel

Für einzelne Geräte ist die manuelle Konfiguration eine valide Lösung, mehrere Server (neu) zu konfigurieren, ist jedoch mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Dafür haben wir im Blog-Artikel „Automatisierte Konfiguration der iDRAC“ Informationen zur skriptbasierten Konfiguration der iDRACs veröffentlicht.

Beim Kauf des Dell-Servers kann die iDRAC-Lizenz miterworben oder später nachgekauft werden. Dabei stehen folgende Editionen zur Verfügung:

  1. Basic
    integriert in T/R 200-500 Servern (z.B.: R330 oder T520). Monitoring der Hardware, Stromsteuerung
  2. Express
    zusätzliche Kauflizenz bei T/R 200-500, integriert bei T/R 600 und höher Servern. Alle Features der Basic, E-Mail-Benachrichtigung, Crash Screen Capture (bei installiertem OMSA), graph. Monitoring des Stromverbrauchs, virtuelle Konsole/KVM für einen Benutzer (nur Blade-Server)
  3. Enterprise
    zusätzliche Kauflizenz. Alle Features der Basic und Express, Performance-Monitoring, Sichern und Wiederherstellen der Konfiguration, virtuelle Konsole/KVM für mehrere Benutzer, virtuelle CD/DVD- sowie Festplatten-Laufwerke, VNC Server, Remote-File-Share, Boot und Crash Video Aufzeichnung, ActiveDirectory Integration, Zwei-Faktor-Authentifizierung

Weitere Unterschiede sind in dieser iDRAC 8 – iDRAC 9 Vergleichsübersicht oder der iDRAC 7 – iDRAC 8 Vergleichsübersicht aufgelistet.

Besonders hervorgehoben soll dabei die Funktion der virtuellen Konsole mit virtuellen DVD-Laufwerk sein. Diese erlaubt auch dann eine Installation des Betriebssystems über den Life-Cycle-Controller, wenn z.B. das eingebaute DVD-Laufwerk nicht mehr funktioniert oder die DVD während des Bereitstellungsassistenten nicht erkannt wird:

In diesem Fall kann das Betriebssystem-ISO über den Webbrowser eines anderen Computers an den iDRAC des Servers verbunden und damit die Installation durchgeführt werden.

Weitere Informationen zur Verwendung der iDRAC virtuellen Medien finden Sie im zugehörigen Knowledge Base-Artikel von Dell.

Um dieses und andere Features der Enterprise iDRAC für 30 Tage kostenlos zu testen, kann direkt von Dell eine Trial-Lizenz heruntergeladen werden.

Ist schon eine iDRAC Express-Lizenz im Einsatz, sollte diese vor dem Import der Test-Lizenz exportiert werden. Dies geschieht an gleicher Stelle in der iDRAC-Weboberfläche: (iDRAC 9 Konfiguration) Lizenzen. Dort auf das Plus der Express-Lizenz klicken und im Dropdown-Menü Exportieren auswählen.

Nach dem Importieren der Enterprise-Lizenz müssen Sie sich noch von der Web-Oberfläche ab- und wieder anmelden um die neuen Features für die nächsten 30 Tage verwenden zu können.