Auch wenn heutzutage in der IT “Cloud” das große Thema ist – im Backup Bereich setzen viele Kunden weiterhin auf die gute alte Bandsicherung, sei es aus Vertrauensgründen, Gewohnheit oder einfach wegen mangelnder Bandbreite. Das Problem hierbei: viele Produkte (so auch Rapid Recovery) unterstützen (bisher) kein Tape Backup. Wer aber noch ein Bandlaufwerk oder gar eine Tape Library und vielleicht noch eine alte BackupExec Installation zur Verfügung hat, dem sei an dieser Stelle geholfen.

Rapid Recovery bietet die Möglichkeit, Backups als Archive auszulagern. Seit Version 6.0.1 ist es sogar möglich, exportierte Archive ohne Umweg eines Imports direkt in das Programm zu „mounten“, bzw. anzuhängen. Dies erspart im Ernstfall etliche Stunden Wartezeit.

Die Umsetzung ist also relativ einfach: Ein Klick auf „Archiv erstellen“ und den Archivierungsassistenten über Weiter-Weiter-Fertigstellen zum Ende führen. Doch Achtung, hier lauert ein übler Fallstrick! Da Rapid Recovery Backups als Forever-Incremental durchführt, wird nur erstmalig ein Vollbackup und anschließend nur inkrementelle Backups durchgeführt.

Das hat zur Folge, dass bei JEDER Archivierung ALLE Sicherungspunkte bis zum letzten Base Image (Vollbackup) exportiert werden. Da der Export nicht dedupliziert ist, sind die ausgelagerten Daten jedes Mal sehr groß. Man benötigt also entsprechenden Speicherplatz – zuerst auf Disk und dann auf Band.

Eine Alternative wäre das Setzen des Options-Punktes „Nur die Wiederherstellungspunkte im Datumsbereich einschließen“. Wer hier nicht weiter liest und einfach auf Weiter und Fertigstellen klickt, wird bei der Wiederherstellung sein böses Wunder erleben. Denn welches inkrementelle Backup kann ohne sein Vollbackup wiederhergestellt werden? Hier hilft lesen: „[…] Sie sind dafür verantwortlich, alle erforderlichen Basisabbilder zu archivieren.“

Doch es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Hierfür müssten in einem festgelegten Intervall Base Images erstellt werden. Klickt man nun den o.a. zweiten Punkt an und wählt den Zeitpunkt des aktuellen Base Images, wird eben auch nur dieses exportiert und kann mit geeigneter Software auf Band geschrieben werden.

Wer sich jetzt nicht monatlich die Finger wund klicken will, dem seien die Rapid Recovery PowerShell Commandlets ans Herz gelegt

 

Erstellen von Base Images

Get-ProtectedServers | foreach {New-Base -ProtectedServer $_.DisplayName}

 

Auslesen des letzten Base Images und Erstellen eines gesonderten Archivs pro Server

$archivePath = „PFAD ZUM ARCHIV\“

Get-ProtectedServers | foreach {
$serverName = $_.DisplayName
$lastBaseImage = (Get-RecoveryPoints -ProtectedServer $serverName -Number All |
where {$_.Status -eq ‚Base‘})[0].DateTimestamp.ToString(„dd.MM.yyyy HH:mm:ss“)

Start-Archive -Path $archivepath$servername -StartDate $lastbase `
-ProtectedServer $serverName}

 

Für eine tägliche, vielleicht auch wöchentliche Bandsicherung mag dies trotzdem zeitlich noch zu knapp werden. Ein monatliches Tape Backup ist hiermit jedoch problemlos möglich und bietet wertvollen, zusätzlichen Schutz. Doch immer daran denken: Bänder auslagern!

 

Redakt.: Thomas Reeck