Microsoft System Center Configuration Manager (SCCM) stellt die Server und Client Managementlösung aus dem Hause Microsoft dar. Mit SCCM ist es unter anderem möglich, Geräte automatisiert zu installieren, Software und Patches zu verteilen und Geräte auf Konformität zu prüfen.

Seit März 2017 liegt die neuste Version des SCCM vor welche auf die Buildnumber 1702 (Current Branch) getauft wurde. In diesem Beitrag sollen die wichtigsten Neuerungen dieses Updates vorgestellt werden.

Bevor das Update selbst eingespielt wird ist zu prüfen, auf welcher Version die aktuell verwendete SQL Datenbank basiert. SQL Server 2008 R2 SP3 wird hier nicht mehr unterstützt, die niedrigste nötige Version ist SQL Server 2012 SP3. Falls SQL 2008 R2 eingesetzt wird ist hier im Vorfeld ein Upgrade der SQL Instanz notwendig. Windows Server 2008 und 2008 R2 werden ebenfalls nicht mehr als Standortsystemserver unterstützt. Dies gilt auch für die meisten Standortsystemrollen. Der Support für Windows XP Embedded als Clientbetriebssystem entfällt nach dem Update ebenfalls.

Nachdem das Update erfolgreich eingespielt wurde stehen diverse Neuerungen und Verbesserungen bereit. Die wichtigsten Neuerungen und Änderungen kurz im Überblick:

Im Bereich der Updates gibt es zwei neue Status für verfügbare Updates. Diese lauten „Für die Installation verfügbar“ und „Bereit zum Download“. „Für die Installation verfügbar“ kennzeichnet hierbei Updates welche bereits heruntergeladen wurden und für die Installation bereitstehen. „Bereit zum Download“ bezeichnet Updates welche noch nicht heruntergeladen wurden und eventuell bereits durch neuere Updates obsolet wurden. Im 1702 Update ist ebenfalls eine Bereinigungsfunktion für nicht mehr benötigte Downloads enthalten. Es ist nun auch möglich vom Office 365 Clientverwaltungsdashboard aus einen Office 365 Installer zu starten mit welchem Installationseinstellungen für Office 365 konfiguriert, Dateien aus Office Content Delivery Networks heruntergeladen und anschließend als Anwendung über den SCCM bereitgestellt werden können. Windows 10 Updates können mit dem Update auf 1702 auch als Express Installationsdateien verwendet werden. Die Nutzung von Expressinstallationsdateien führt dazu, dass nur das Delta zwischen dem aktuellen Cumulative Update und dem des Vormonates heruntergeladen wird. Andernfalls lädt SCCM alle Updates der letzten Monate herunter.

Im Bereich der Clientbetriebssysteme sind neue Kompatibilitätseinstellungen für iOS und Mac OS X Geräte verfügbar. Dies ist allerdings nur in Verbindung mit Intune nutzbar. Unter Android wird nun Android for Work unterstützt.

Der Windows Store für Unternehmen wurde ebenfalls verbessert. Es ist nun möglich, online lizensierte Apps über den Windows Store auf Windows 10 Geräten bereitzustellen. Seit 1702 wird auch das iOS-Volume Purchase Program for Education unterstützt wodurch hierrüber erworbene Apps bereitgestellt und nachverfolgt werden können.

Bei der Installation von Anwendungen kann nun geprüft werden ob abhängige Anwendungen ausgeführt werden und diese bei Bedarf automatisch beendet werden um die Installation durchzuführen.

Innerhalb einer Tasksequenz ist es nun möglich bis zu 99 Anwendungen im Schritt „Anwendungen installieren“ zu definieren. Vorher waren hier maximal 9 Anwendungen konfigurierbar. Im Schritt „Apps installieren“ ist nun eine Mehrfachauswahl möglich.

Der OMS Connector wird durch das Update in die Lage versetzt die Azure Government Cloud zu nutzen. Hierfür muss am Connector eine Konfigurationsdatei angepasst werden.

Redakt.: Matthias Wurst