Bereits vor einigen Jahren akquirierte Microsoft StorSimple, eine damals noch rein physikalische Appliance die nie so recht der Erwartungshaltung bzw. den Ansprüchen gerecht wurde wie viele Stimmen behaupten. StorSimple ist, einfach gesprochen, eine NAS/SAN Appliance mit Tiering-Funktionalität zwischen dem On-Premise Rechenzentrum und der Azure Cloud. Hierbei kann StorSimple z.B. als Fileserver oder Backup Target dienen. Bevor wir auf die Evolution dieses Produktes eingehen, möchte ich zunächst die Ausgangslage vor bzw. direkt nach der Akquisition darstellen. 

  • StorSimple war eine physikalische Appliance, was dem Geist der Zeit (Stichwort Virtualisierung) nur bedingt entsprach.
  • Die Freigabe von Storage erfolgte damals noch ausschließlich über iSCSI, welches dem gerade frisch auf SMB3.0 basierenden Virtualisierungsstack von Microsoft nicht wirklich entgegenkam.
  • Die Tiering Funktionalität (onPrem <-> Cloud) war – möglichst freundlich ausgedrückt – unausgereift und wenig durchdacht für die Anforderungen der Zeit.
  • Intransparente und hohe Kosten

Doch der größte Kritikpunkt war, dass StorSimple zu diesem Zeitpunkt nichts mit Windows und dessen Konzepten / Ideen gemeinsam hatte. Aus all diesen Gründen erntete Microsoft durchaus Kritik und auch das grundsätzlich äußerst interessante Konzept, welches hinter StorSimple steckt, erhielt nicht den Anklang den es durchaus verdiente.

 

Was nun? Quo vadis StorSimple?

Wer Microsoft kennt, der weiß, dass die Einbindung einer strategischen Akquisition durchaus seine Zeit benötigt. Auch wir bei der abtis GmbH waren durchaus skeptisch, nachdem bereits einige Zeit vergangen war und das Produkt weiterhin ohne nennenswerte Anpassungen auf dem Markt verweilte. Microsoft veröffentlichte nun nach länger andauernden Testphasen Ende Q1 2017 ein Update, welches der Technologie StorSimple ein völlig neues Standing innerhalb der Planung / Bewertung von Infrastrukturlösungen verschaffte. Auf Basis der oben genannten ursprünglichen Kritikpunkte nachfolgend die wichtigsten Verbesserungen im Zuge des Updates:

  • StorSimple ist nun als Virtual Appliance verfügbar, welche 64TB an Speicher (onPrem + Cloud) verwalten kann.
  • Freigabe der Daten nun auch über SMB3.0 möglich.
  • Das Tiering basiert nun auf einer Art HeatMap, welche detailliert bewerten kann welche Blöcke auf kalten Blob Storage in die Cloud ausgelagert werden kann – Natürlich mit Deduplication, Compression und Verschlüsselung.
  • Die Kosten sind transparenter geworden und auf Basis des CSP Programms verfügbar.

 

Anwendungsszenarien

Warum soll ich meinen Daten ein Tiering in die Cloud ermöglichen? Welche Anwendungsfälle existieren für mich und meine Infrastruktur? Typische Einsatzgebiete sind zum Beispiel als Archivspeicher, Fileserver bzw. File Bereitstellung via SMB3.0 und als Backupziel. So können zum Beispiel Veeam und Veritas Produkte StorSimple als Speicherziel verwenden. Die nun mit der Virtual Appliance zugrundeliegende Architektur stellt sich wie folgt dar:

 

Sollten Sie Fragen zu speziell dieser oder weiteren Technologien haben, so unterstützen wir sie natürlich gerne im Rahmen eines persönlichen Gespräches.

 

Redakt: Andreas Düpre