Eine funktionsfähige Datensicherung, oder besser gesagt ein durchdachtes Backupkonzept stellt einen elementaren Bestandteil der Unternehmens- Infrastruktur dar. Da die Erstellung einer Datensicherung zwar wichtig ist, letztendlich jedoch nur einen Teil des Konzepts darstellt, sollte man sich bereits in der Planungsphase Gedanken darüber machen wie ein möglicher Restore durchgeführt werden kann und welche Optionen zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich wird durch Einhaltung, der von Veeams definierten 3- 2- 1 Regel ein ausreichender Schutz vor Datenverlust geschaffen. Dies bedeutet im Detail:

  • Es sollten mindestens 3 Kopien der gesicherten Unternehmensdaten vorhanden sein.
  • Zwei dieser Sicherungen sollten sich auf unterschiedlichen Medien, wie z.B. einer internen
    Festplatte, einer externen Festplatte oder einem Magnetband befinden.
  • Eine dieser Sicherungen sollte an einem externen Ort aufbewahrt werden.

 

Veeams 3- 2- 1 Regel (Quelle: www.veeam.com)

In diesem Artikel möchte ich Ihnen eine Übersicht über die Restore- Optionen verschaffen welche Ihnen das Produkt Veeam Backup & Replication 9.5 unter vmware bietet. Je nach Edition stehen auch hier unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

 

Restore- Optionen mit Veeam Backup und Replication:

Instant VM recovery – Wenns schnell gehen muss

Instant VM recovery mounted mittels Veeams vPower Technologie ein VM Image direkt aus dem komprimierten und deduplizierten Backupfile an einen ESX(i) Host und führt dieses aus. Änderungen im Betrieb werden in sogenannten Redo Logs protokolliert.

Um einen Instant VM recovery Vorgang abzuschließen stehen verschiedene Technologien zur Verfügung um die VM aus dem Backup in der Produktionsumgebung wiederherzustellen. Nutzt man z.B. VMware Storage vMotion ist dies ohne Downtime möglich. Alternativ lässt sich ein Instant VM recovery Vorgang jedoch auch durch einen VM Copy Vorgang finalisieren, den man im nächsten Wartungsfenster durchführen kann.

Entire VM – Einfach und effektiv

Auch Full VM Restore genannt, stellt eine oder auch mehrere VMs aus dem Backup in der Produktivumgebung wiederher. Ein Entfernen der beschädigten VM aus der VMware Umgebung ist nicht notwendig. Veeam Backup & Replicaton beendet und löscht diese automatisch. Sie können eine Wiederherstellung an die ursprüngliche oder eine neue Lokation durchführen. Gegenüber Instant VM recovery muss zuerst die VM aus dem Backup wiederhergestellt werden, bevor diese gestartet werden kann.

VM files – Einzelne Dateien auf ESX(i) Ebene

Werden nur einzelne Dateien einer VM benötigt lässt sich dies mit dem Assistenten zum Restore von VM files bewerkstelligen. Gemäß den durchgeführten Sicherungen erhält der Administrator eine Übersicht der angefertigten Wiederherstellungspunkte und kann den gewünschten auswählen. Anschließend können unter anderen Dateien im Format .vmdk, .vmx, .vhdx und .xml ausgewählt werden.

Virtual disks – Virtuelle Festplatten auf ESX(i) Ebene

Über Virtual disks lassen sich einzelne virtuelle Festplatten wiederherstellen. Dies ist zwar mittels VM files auch möglich, jedoch hat diese Option einige weitere Vorteile zu bieten. Zum einen lässt sich vor der Wiederherstellung der VMDK Disk- Typ einstellen (Thin und Tick – lazy und eager zeroed) und zum anderen lässt sich ein sogenanntes Quick rollback durchführen. Mittels Quick Rollback werden nur die Datenblöcke aus dem Backup wiederhergestellt welche sich seit dem ausgewählten Wiederherstellungspunkt geändert haben. Dies kann den Restore- Prozess deutlich beschleunigen.

Guest files (Microsoft Windows) – Dateien und Ordner

Wiederherstellung von Dateien und Ordnern innerhalb einer Windows VM von Dateisystemen wie FAT, NTFS oder ReFS. Nach der Definition des gewünschten Wiederherstellungspunktes kann über den Backup Browser die Datei, der Ordner oder die Ordnerstruktur, welche wiederhergestellt werden soll, ausgewählt werden. Des Weitern bietet der Backup Browser die Option Ordner im Windows Explorer zu öffnen.

Guest files (other OS) – Dateien und Ordner

Wiederherstellung von Dateien und Ordnern innerhalb einer VM. Untersstützt werden hier die bekanntesten Dateisysteme für Windows, Linux, Solaris, BSD, Novell Netware, Unix und MAC Betriebssysteme.

Application items – Wiederherstellung von einzelnen Objekten
Die Wiederherstellung von sogenannten Application Items ist für folgende Produktemöglich:

  • Microsoft Active Directory
  • Microsoft Exchange
  • Microsoft Share Point
  • Microsoft SQL Server
  • Oracle

Veeam ermöglicht die Wiederherstellung einzelner Objekte innerhalb der erwähnten Produkte. Realisiert wird dies durch speziell entwickelte Backup Browser welche sich beim Auswählen durch den Wiederherstellungsassistenten automatisch öffnen.

Restore to Microsoft Azure

Veeam unterstützt auch das Sichern und Wiederherstellen von Microsoft Azure Umgebungen. Mittels des Veeam PN (Powered Network) für Microsoft Azure lassen sich Backups der „Cloud“ im lokalen Repository erstellen. Dies erspart im Fall eines Disaster Recoverys einiges an Konfigurationsarbeit.

 

Fazit

Mittels Veeam Backup & Replication erhalten Sie eine kostengünstige und skalierbare Lösung. Durch die übersichtliche Administration und den granular zu konfigurierende Restore- Optionen bietet das Produkt möglichst kurze Wiederherstellungszeiten.

 

Redakt.: Markus Potz