Virtuelle Desktop Infrastrukturen (VDI) sind heute aus vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Diese erlauben es Anwendern über eine zentrale Infrastruktur bestimmte Dienste und Applikationen bereitzustellen. Zum Beispiel eine virtuelle App, die nicht auf dem PC des Endanwenders ausgeführt wird, sondern auf einer VDI-Infrastruktur. Dabei bekommt der Anwender nur die Anzeige der App, sowie die Möglichkeit für Ein- und Ausgabe auf seinem Endgerät. Häufig werden nicht nur einzelne Apps, sondern ganze Desktops bzw. Clients virtualisiert bereitgestellt. Die Gründe für VDI sind sehr unterschiedlich und können von Unternehmen zu Unternehmen variieren.

VDI für Echtzeit-Kommunikation

Es ist keine gute Idee, einfach (irgendeinen) Client für Kommunikation in VDI-Infrastrukturen ohne Weiteres für viele Anwender bereitzustellen. Aber warum? Für normale Applikationen ist VDI meistens kein großes Thema, aber sobald es um Echtzeit-Kommunikation geht, gibt es viele Aspekte zu beachten, um eine gute User Experience gewährleisten zu können. Nachstehend seien nur einmal ein paar Punkte, die es zu beachten gibt genannt:

  • Netzwerk (Latenz, RTT, Jitter, Paketverlust, … müssen in Ordnung sein, ABER von Ende-zu-Ende)
  • SIP, also Signalisierung, benötigt wenige Kbps
  • Media, also Audio/Video/App-Sharing, benötigt teilweise mehrere Mbps
  • Standort Infrastruktur (VDI-Backend …)
  • Standort User (Thin Client, Endgeräte des Users…)
  • Zertifiziertes SFB/Teams Equipment (Headsets, Telefone, …)

VDI mit Skype for Business

Skype for Business kann in VDI-Infrastrukturen unter ganz bestimmten Voraussetzungen bereitgestellt werden. Mit Dritthersteller-Software bzw. -Protokollen, wird dafür gesorgt, dass Medienströme (Audio/Video/App-Sharing) nicht über die VDI-Infrastruktur fließen. Stattdessen wird Media an VDI vorbeigelenkt, damit eine gute Qualität der Medienübertragung erreicht werden kann. So wird die Medienübertragung von Ende-zu-Ende optimiert und eine bessere User Expierence erzielt.

VDI mit Teams

Nach aktuellem Stand wird Teams in VDI-Umgebungen nicht vollumfänglich unterstützt. D. h. in einer VDI sollten die Media-Funktionen (Audio/Video/App-Sharing) nicht eingesetzt werden. Jedoch hat Citrix (vgl. Link unten) geschrieben, dass sie mit Microsoft an einer Lösung arbeiten.

Solange diese Aussage noch gilt, ist es empfehlenswert die Funktionen mittels

  • Grant-CsTeamsCallingPolicy -PolicyName DisallowCalling -Identity “Anwender-E-Mail” und
  • Grant-CsTeamsMeetingPolicy -PolicyName AllOff -Identity “Anwender-E-Mail”

zu deaktivieren. Allerdings kann der User, damit auch nicht mehr von anderen Clients (Smartphone, PC) die Meeting und Calling-Funktionen nutzen. Somit sollte diese Richtlinie nur zugewiesen werden, wenn es sich um einen reinen VDI-User handelt.

Weiterführende Links und Quellen

Teams for Virtualized Desktop Infrastructure: https://docs.microsoft.com/en-us/microsoftteams/teams-for-vdi
Citrix and Microsoft are teaming up for Teams: https://www.citrix.com/blogs/2018/07/20/citrix-and-microsoft-are-teaming-up-for-teams/
Plan for Skype for Business in VDI environments: https://docs.microsoft.com/de-de/skypeforbusiness/plan-your-deployment/clients-and-devices/vdi-environments
Citrix HDX RealTime Media Engine for Microsoft Skype for Business: https://www.citrix.de/downloads/citrix-receiver/additional-client-software/hdx-realtime-media-engine.html
Citrix Virtual Apps und Desktops – Virtualisieren Sie Skype for Business: https://www.citrix.de/digital-workspace/skype-for-business.html

Redakteur: Erik Kleefeldt (Solution Architect)