Als Fortsetzung der Blog-Serie zum korrekten Sizing einer Backup Umgebung geht es heute erneut um das  Programm Veeam Backup & Replication und dessen Zusammenspiel mit der Windows Deduplizierung.

 

Hintergrund  

Nicht jeder möchte Geld in die Hand nehmen und sich ein Deduplication Device (Quest DR, DellEMC Data Domain) leisten, wenn moderne Windows Server bereits von Haus aus Deduplizierung ermöglichen. Doch kann eine solche „doppelte Deduplizierung“ denn überhaupt funktionieren? Die klare Antwort: Definitiv!


Veeam Einstellungen

Empfohlen wird die neueste Veeam Version mit mindestens Enterprise Lizenz. In dieser lässt sich nämlich in den Repository Einstellungen definieren, dass pro gesicherter VM eine Backup-Datei erstellt wird. Dies ist insofern sinnvoll, weil Windows Deduplizierung nur mit Dateien kleiner als 1TB optimal funktioniert.

Weiterhin sollten folgende Einstellungen in den gewünschten Repositories gesetzt werden:
(Backup Infrastructure => Backup Repositories => <Auswahl Repository> => Properties => Repository => Advanced)

In den Job Einstellungen interessiert uns nun der Reiter Storage => Advanced => Storage:

 

Hier sorgen wir dafür, dass die Veeam Inline Data Deduplication AKTIV ist (Haken setzen), jedoch die Compression ausgeschaltet („None“). Obwohl wir ein lokales Repository verwenden, stellen wir die Storage optimization auf „LAN target“ (bessere Deduplizierung).

Zusätzlich empfiehlt Veeam, dass die Vollbackup-Jobs auf die Woche verteilt werden, damit die Windows Deduplication Engine genug Zeit zum Optimieren hat.


Windows Einstellungen

Benötigt wird ein Windows Server 2012 R2 aufwärts mit NTFS formatierten Volumes. Veeam empfiehlt hier eine Cluster-Größe von 64KB. Die Deduplication Role ist schnell über den Server Manager installiert. Nach einem Neustart findet sich die Konfiguration unter Server Manager => File and Storage Services => Volumes => <Auswahl des Volumes> => Configure Data Deduplication:

Folgende Einstellungen sind zu setzen:

  • General Purpose File Server
  • Deduplicate files older than: 0 Days (wir wollen, dass sofort dedupliziert wird)
  • Ausnahmen hinzufügen: Falls bestimmte Ordner ausgenommen werden sollen
  • Der Zeitplan kann auf den Standardeinstellungen bleiben

Nun wechseln wir zur Windows Aufgabenplanung. Unter Task Scheduler Library => Microsoft => Windows => Deduplication findet sich der Task WeeklyGarbageCollection“, welcher sich um nicht mehr benötigte Dedupe-Blöcke kümmert. Den Zeitplan der Aufgabe stellen wir von wöchentlich (Standard: Samstag 02:45 Uhr) auf täglich.

Und das war es auch schon! Lassen Sie Veeam und Windows nun zusammenarbeiten, merken Sie nach einer gewissen Zeit die gewaltigen Speicherplatz-Ersparnisse:

Übrigens, wer seine Volumes bereits mit ReFS formatiert hat, der kann zwar die Windows Deduplizierung nicht nutzen, jedoch die Vorteile von Fast Cloning:

https://www.veeam.com/blog/advanced-refs-integration-coming-veeam-availability-suite.html

Sollten Sie weitergehende Beratung oder eine Optimierung Ihrer Backup Umgebung wünschen, stehen wir Ihnen wie immer gerne zur Verfügung:

www.abtis.de
support@abtis.de

 

Redakt.: Thomas Reeck