Als Fortsetzung der Blog-Serie zum korrekten Sizing einer Backup Umgebung geht es heute um das Programm vRanger von der Firma Quest.

 

Reduzierung der Backup Größe

So wie die Schwester-Software des gleichen Herstellers bietet auch vRanger eine Kompression der Sicherungsdaten an – jedoch keine Deduplizierung wie bei Rapid Recovery. Diese kann jedoch in Verbindung mit einem Deduplication Device wie z.B. der Quest DR Serie oder einer Dell EMC Data Domain zur Verkleinerung der Backup Daten eingesetzt werden. Die DR Serie kann hierbei sogar die hauseigene RDS Schnittstelle nutzen, was die Sicherungs-Performance ähnlich wie bei DD Boost um einen erheblichen Teil verbessert.

Eine weitere durchaus valide Möglichkeit ist übrigens ab Windows Server 2012 die Nutzung der Windows-eigenen Deduplizierungs-Rolle. Zu beachten ist jedoch in jedem Fall, dass unbedingt die Kompression der Backups deaktiviert wird!

 

Verbesserung der Backup Geschwindigkeit

Während Rapid Recovery die Sicherungen hauptsächlich über Agenten in den zu sichernden Maschinen durchführt (jedoch ab Version 6 auch agentenlos sichern kann), greift vRanger bei virtualisierten Umgebungen ausschließlich auf den Hypervisor zu. Die Sicherungen sollten also – Best Practice – direkt über das Storage Netzwerk (SAN-based / LAN-free) übertragen werden.

Zu diesem Zweck muss natürlich der Backup Server ein Bestandteil des Storage Netzwerkes sein, die Berechtigungen auf dem Storage (lesend) gesetzt und die entsprechenden iSCSI/FC Konfigurationen vorgenommen werden.
Ist dieser Sicherungsweg nicht möglich, so bietet vRanger in VMware Umgebungen noch eine weitere performante Lösung: durch die Nutzung einer virtuellen Appliance. Hierzu erstellt und konfiguriert man über den sog. „Virtual Appliance Deployment Wizard“ aus dem Hauptmenü des Programms eine virtuelle Linux-Maschine, die von nun an sämtliche Backup Berechnungen durchführt:

Das System funktioniert, indem nach Erstellung eines Snapshots die Basis VMDK Datei per „HotAdd“ an die Linux Appliance bereitgestellt (gemountet) wird, um hierüber die Backup Daten auf das Repository zu ziehen.

Diese Art der Sicherung eignet sich vor allem, wenn das Repository nicht auf dem Backup Server sondern auf einem Netzwerk-Gerät liegt. Auf diese Weise erspart man sich auch einen zusätzlichen Umweg.

Im Backup Job selbst können die o.a. Übertragungswege individuell konfiguriert werden:

Sollte der fest vorgegebene Weg über SAN oder HotAdd nicht funktionieren, so springt das Programm zurück auf den LAN-basierten Modus.

 

Vermeiden von Engpässen

Da sich jede Backup Umgebung von der anderen unterscheidet, bietet vRanger die Möglichkeit, individuelle Einstellungen pro Backup Ressource durchzuführen:

So ist es etwa möglich, pro Host / LUN / Repository / Virtual Appliance oder pro vRanger Instanz unterschiedlich viele gleichzeitige Jobs zu konfigurieren. Sollte man also mehrere langsame Datastores besitzen, so kann man pro LUN auch nur eine gleichzeitige Sicherung einstellen. Sind jedoch die Hosts und der Backup Server leistungsstark, wären z.B. sechs gleichzeitige Jobs möglich. Dies würde also bedeuten, dass je nach Verteilung der VMs auf den Datastores 1 bis 6 Jobs gleichzeitig laufen. Auch Job Timeouts und der minimal benötigte Snapshot Speicher lassen sich granular konfigurieren.

Die hier vorgestellten Best Practices stellen nur einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten zur Verbesserung der Performance im Backup Bereich dar. Sollten Sie weitergehende Beratung oder eine Optimierung Ihrer Backup Umgebung wünschen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

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support@abtis.de

Im vierten Teil der Serie am 24.04.2018 werden wir das korrekte Sizing von Veeam betrachten.

 

Redakt.: Thomas Reeck