Du verstärkst das Team abtis als Head of Application Development am neuen Standort in Berlin. Möchtest du dich kurz vorstellen?

Helge de Vries: Ich bin seit Anfang März an Bord und freue mich riesig, ein für abtis neues Thema und ein neues Team an einem neuen Standort aufbauen zu dürfen. Persönlich versuche ich mein Know-How aus der Softwareentwicklung, IT-Infrastruktur und Betriebswirtschaft dort einzusetzen, wo strategisch sinnvoll Software eingeführt wird. Mein Ziel dabei ist es Arbeit für Menschen einfacher und das Geschäft erfolgreicher zu machen. Technologisch interessiere ich mich vor allem für Microsoft Azure – ich liebe diese Plattform!

Immer mehr mittelständische Unternehmen interessieren sich für Azure. Mit welchen Fragen wirst du in diesem Zusammenhang am häufigsten konfrontiert?

Helge de Vries: Die Frage, die ich definitiv meistens als erstes gestellt bekomme ist, was dieses Azure eigentlich ist. Ich denke, dass Umfang und Nutzen dieser Plattform nicht so offensichtlich sind, wie das zum Beispiel bei Microsoft 365 der Fall ist. Gleichzeitig hat Azure sehr, sehr viele und unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Das macht es Unternehmen nicht leicht, sich vorzustellen, an welchen Stellen Azure eine sinnvolle Alternative darstellt.

Was empfiehlst du Kunden, die hier für sich mehr Klarheit gewinnen wollen?

Helge de Vries: Meine dringendste Empfehlung ist, niemals eine Technologie zum Selbstzweck einzuführen, sondern immer mit einem klaren Ziel und einer Ausrichtung auf Unternehmenserfolg. Als Teil einer IT-Strategie in der die eigene IT eine definierte Rolle und einen konkreten Auftrag hat. Wer hier ganz am Anfang steht, dem empfehle ich den Strategie-Teil des Microsoft Cloud Adoption Frameworks. Grundsätzliche Ziele für den Einsatz von Microsoft Azure könnten z.B. höhere Agilität, höhere Sicherheit oder auch die Senkung der Betriebskosten sein.

Welches sind für dich sinnvolle Szenarien, um Azure für das eigene Unternehmen einfach nutzbar zu machen?

Helge de Vries: Das wunderbare an Azure ist, dass man absolut flexibel ist und sich nicht für einen langen Zeitraum auf etwas festlegen muss. Man kann also vieles einfach ausprobieren und mit niedrigem Risiko Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus skaliert Azure stufenlos von winzig klein bis riesengroß. Deswegen empfehle ich kleine, überschaubare Szenarien, wie die Daten des eigenen Rechenzentrums in Azure sichern statt auf Band. Oder eine Applikation mit wenig infrastrukturellen Abhängigkeiten (wie die Webserver für die Internetpräsenz) in Azure zu betreiben. Auf diesen Erfolgen kann man dann kontinuierlich aufbauen und z.B. die nächste, eigene Software direkt als Cloud-native Applikation auf Basis von Azure Services zu entwickeln – oder vom abtis Team entwickeln lassen.

Wie schätzt du die Sicherheit in der Microsoft Cloud und speziell in Azure ein?

Helge de Vries: Das hat für mich zwei Dimensionen. Die erste ist für mich die Sicherheit in Bezug auf physische Angriffe. Ich glaube, dass niemand ernsthaft daran zweifelt, dass die Microsoft Rechenzentren mit ihren zahlreichen Zertifizierungen, ihrem Wachpersonal sowie den tiefen Gräben außen herum sicherer sind als die meisten anderen Rechenzentren auf der Welt. Im Bereich der IT-Sicherheit sehe ich einen globalen Mangel an IT-Fachkräften. Das führt dazu, dass man die Spitzenleute – gerade für Sicherheit – wahrscheinlich eher bei den großen Cloud-Anbietern findet als auf dem lokalen Arbeitsmarkt. Deswegen bin ich der Meinung, dass das allgemeine Sicherheitsniveau in der Cloud sogar höher ist als on-premises.

Wenn ich jetzt als Unternehmen überzeugt bin – wo fange ich an? Wie könnte die Reise in die digitale Zukunft weitergehen?

Helge de Vries: Ich empfehle, zunächst die perspektivische Rolle der eigenen IT zu klären: steht IT im Zentrum des Handelns oder spielt IT nur eine wichtige, unterstützende Rolle für das eigentliche Kerngeschäft? Wenn das klar ist, kann man eine Strategie in Bezug auf die zentralen Themen Zusammenarbeit und Kommunikation, Business Applications und Sicherheit erarbeiten. Daran schließt sich eine Bestandsaufnahme an, um ein konkretes Vorgehen abzuleiten. Wir nutzen dafür gerne eine Applikationslandkarte, aus der hervorgeht, wofür jede einzelne Applikation heute genutzt wird und was mit ihr passieren soll. Und gerade an dieser Stelle hat die Microsoft Cloud unglaubliches Potential: was on-premises mit vielen einzelnen Anwendungen gelöst werden muss, kann Microsoft 365 mit einer einheitlichen und vollständig integrierten Plattform zu einem sehr großen Teil abdecken. Geschäftsprozesse lassen sich hier und in Dynamics abbilden. Und die Applikationen, mit denen man echte Wettbewerbsvorteile und Innovationen schafft, die entwickelt man dann in Azure.

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