Dynamic Pools

Dynamic Pools ist eine Pool-Technologie für alle Flash-Systeme bei DELL EMC Unity OE ab Version 4.2. Dynamic Pools ersetzt die bisherige Pool-Technologie, die als traditionelle Pools bezeichnet werden. Dynamic Pools bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber traditionellen Pools.

Ein Pool ist eine Sammlung von Laufwerken innerhalb des Systems. Die Kapazität innerhalb des Pools abzüglich des Overhead für den ausgewählten RAID-Schutz kann zur Bereitstellung von Block-, Datei- oder VVol-Speicherressourcen verwendet werden. Dynamic Pools erhöht die Flexibilität der Konfigurationsoptionen innerhalb des Systems mit einer komplett neu gestalteten Pool-Struktur.

Wenn ein dynamischer Pool erstellt oder erweitert wird, werden die ausgewählten Laufwerke in „Drive Partnership Groups“ platziert. Dies ist eine Gruppe von Laufwerken des gleichen Laufwerkstyps, die zu einem Dynamic Pool-Objekt zusammengefasst werden. Ein dynamischer Pool enthält immer mindestens 1 „Drive Partnership Group“.

Die maximale Anzahl von Laufwerken, die in einer „Drive Partnership Group“ enthalten sind, ist 64. Wenn mehr Laufwerke des gleichen Typs im Pool enthalten sind, werden weitere „Drive Partnership Groups“ erstellt. Jede dieser wird mit einer minimalen Anzahl von Laufwerken gestartet, die durch den RAID-Typ des Pools definiert wird.

 

Drive Extents

Ein „Drive Extent“ in einem dynamischen Pool ist ein Teil eines Laufwerks. Die Größe jedes „Drive Extent“ ist für jeden Laufwerkstyp / Größe festgelegt. Nachdem ein dynamischer Pool auf dem System angelegt wurde, wird jedes Laufwerk innerhalb eines dynamischen Pools in „Drive Extents partitioniert. Die Anzahl der auf jedem Laufwerk erzeugten „Drive Extents“ hängt vom Laufwerkstyp und der Größe des Laufwerks ab. Jeder „Drive Extent“ innerhalb eines Laufwerks wird entweder zum Speichern von Benutzerdaten verwendet oder als Speicherplatz reserviert um ein ausgefallenes oder fehlerhaftes Laufwerk innerhalb des Pools zu ersetzen.

 

Spare Space Extents

Innerhalb von Systemen, die traditionelle Pools nutzen, müssen „Hot Spares“ in die Konfiguration aufgenommen werden. Diese Anforderung erhöht die Kosten für Laufwerke die im System nur dann verwendet werden, wenn ein anderes Laufwerk ausfällt. Bei dynamischen Pools ist Platz innerhalb des Pools reserviert, um Laufwerke zu ersetzen, die ausfallen könnten. Dadurch sind keine „Hot Spares“ für Dynamic Pools erforderlich und alle Laufwerke innerhalb eines Speichersystems können in einem Dynamic Pool aufgenommen werden. Um dies zu ermöglichen werden Benutzerdaten und der für Laufwerksfehler reservierte Speicherplatz über alle Laufwerke im Pool verteilt.

Beim Ausfall einer Disk in einem traditionellen Pool wird ein Hot Spare verwendet um das fehlerhafte Laufwerk zu ersetzen. Dieser Ersatz ist 1:1 und die Geschwindigkeit des proaktiven Kopier- oder Wiederherstellungsvorgangs wird durch einzelnen Hot Spare begrenzt.

In dynamischen Pools werden Rebuilds von defekten Laufwerken vollkommen unterschiedlich behandelt als bei traditionellen Raid Systemen.

Da die Spare Kapazität über alle Laufwerke im Pool verteilt ist, können bei diesem Vorgang mehrere Bereiche eines defekten Laufwerks gleichzeitig wiederhergestellt werden. Die Rebuild Zeiten werden hiermit extrem verkürzt.

 

Raid Extents

Nach dem Erstellen von „Spare Space Extends“ im Dynamic Pool werden „Raid Extents“ mit den verbleibenden „Drive Extends“ erstellt. Wenn zum Beispiel RAID 5 als RAID-Typ ausgewählt wurde und 4 + 1 als RAID für den Pool, würde dieses 5 Laufwerke (4 + 1) enthalten.

 

Durch Einführung der Dynamic Pools wird es zukünftig möglich sein, einzelne Laufwerke in POOLS mit aufzunehmen und nicht wie in der Vergangenheit eine Mindestzahl von 5 (4+1) oder 9 (8+1).

Dies bietet sowohl Kapazitätstechnisch und auch Finanziell enormen Planungsvorteil.

Spätestens nach Freigabe der 15 TB Flash Disk wäre bei klassischen Pools eine Erweiterung um mindestens 5 Disks immer eine Erweiterung um ca. 60 TB.

Als kleiner Wermutstropfen ist allerdings die maximale Größe der „Drive Partnership Group“ mit 64 Disks zu sehen. Sollte dieses erreicht werden müssen bei Raid 5 mindestens 6 Disks erweitert werden.

 

Redakt.: Stefan Knoll