Microsoft Distributed File System (DFS, englisch für verteiltes Dateisystem) wurde in vielen Unternehmen im Zuge eines Migrations- oder Standardisierungs-Projektes eingeführt. Dabei wird DFS oft unterschätzt und als einfachen File Service dargestellt. Auch was die Vorbereitung und Planung angeht wird meistens zu wenig Zeit investiert. Dabei ist genau das der wichtigste Schritt um die erwarteten Ziele, welche man sich von DFS wünscht, zu erreichen. Ohne ein ausgearbeitetes Konzept und einen Plan wird es schnell unübersichtlich.

 

Welche Vorteile bietet DFS

  • wesentlich höhere Flexibilität bei der Verwaltung ihrer Verzeichnisstruktur
  • Standortübergreifendes einheitliches Datei-Ablagesystem
  • verständlicher Laufwerkspfad aus der Benutzersicht welcher unverändert bleibt, auch wenn sich die physikalische Verzeichnisstruktur oder die Server-Namen ändern
  • erhöhte Ausfallsicherheit

 

Für das grundlegende Verständnis von DFS sind folgende Begriffe notwendig:

  • DFS Namespace (DFS-N): Ein Namespace ist der Zugriffspunkt, welchem Links bzw. Freigaben zugeordnet werden. Ein DFS-Client greift über das DFS-Root + Namespace auf freigegebene Daten zu.
  • DFS Root-Server (DFS-N): Der Root-Server hostet die Namespaces bei Stand-Alone DFS Umgebungen (ohne Active Directory Integration des DFS) und ist somit der initiale Zugriffspunkt für den DFS-Client beim Zugriff auf den Namespace.
  • DFS Link (DFS-N) ist der Verweis auf eine Freigabe eines beliebigen Servers, der unterhalb des Namespaces angezeigt wird.
  • DFS Replikationsgruppen (DFS-R) dienen der Gruppierung von Freigaben, deren Daten repliziert werden. Hier können diverse Einstellungen konfiguriert werden, wie z.B. Bandbreitensteuerung oder Replikationszeitensteuerung.

DFS-N kann mit und ohne Active Directory betrieben werden. Ohne gibt es mehrere Einschränkungen.

 

Hier eine kurze Übersicht:

Stand-Alone DFS-N:
  • Ein sogenannter DFS „Root-Server“ verweist auf die Freigaben eingebundener Server.
  • Die Daten liegen in keiner verteilten Datenbank.
  • Die Konfigurationsdaten des DFS liegen in der Registry: HKLM\Software\Microsoft\Dfs\Roots\Standalone
  • Der Zugriff der DFS-Clients auf Freigaben innerhalb des DFS-Namespaces erfolgt über den Namen des Root-Servers, so z.B. „\\root-server\dfsnamespace\freigabe“
Aktive Directory integriert DFS-N:
  • Die DFS Daten werden aus der Active Directory ausgelesen.
  • Die Konfigurationsdaten liegen in der Active Directory Datenbank im „Domänenkontext\System\DFS-Configuration“
  • Der Zugriff der DFS-Clients auf Freigaben innerhalb des DFS-Namespaces erfolgt über den Domänennamen, so z.B. „\\domain.de\dfsnamespace\freigabe“

Replikation (DFS-R) funktioniert nicht mit Arbeitsgruppen. In einer Arbeitsgruppe kann man nur mit Links auf Freigaben von Servern arbeiten. Replikationsgruppen bzw. -ziele können somit nicht definiert werden.

 

DFS-Verwaltung

Das verteilte Dateisystem (Distributed File System, DFS) wird als Rollendienst der Dateidienste-Rolle implementiert. DFS besteht aus zwei Rollendiensten:

  • DFS-Namespace (virtuelle Ansicht von freigegebenen Ordnern in einer Organisation)
  • DFS-Replikation (Replikation zwischen mehreren File-Servern)

Zum Verwalten von DFS-Namespace und DFS-Replikation wird das DFS-Verwaltungs-Snap-In im Server-Manager oder das DFS-Verwaltungs-Snap-In im Ordner Verwaltung verwendet. Alternativ kann man auch die Befehlszeilentools verwenden.

Beide Produkte können einzeln eingesetzt werden. Ein DFS Baum (DFS-N) muss nicht zwingend mit einer DFS-Replikation (DFS-R) verwendet werden. Interessant ist auch, dass man umgekehrt DFS-R ohne DFS-N verwenden kann.   DFS-Dienste müssen nicht auf allen beteiligten Servern installiert werden. Es reicht nur auf den Servern, die Replikationsziele bzw. Namespaceserver sein sollen oder über die DFS verwaltet werden soll. Server welche nur Freigaben bzw. Links für die Auflistung des Namespaces hosten, benötigen keine DFS Dienste.

Im zweiten Teil beschäftigen wir uns tiefer mit DFS-N & DFS-R.

 

Redakt.: Marco Walter