Die DELL-Server besitzen eine Out-Of-Band-Management-Schnittstelle namens DRAC (Dell Remote Access Controller), die es erlaubt, die Serverhardware zu verwalten und als Alternative zu einem KVM-Switch Remote auf den Server zuzugreifen.

Auf die DRAC eines Servers wird über HTTPS auf eine Weboberfläche zugegriffen. Dafür muss die DRAC-Schnittstelle entsprechend im Netzwerk konfiguriert werden. Für die Netzwerkkonfiguration der DRAC gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. LED-Display an der Vorderseite des Servers
  2. Konfiguration über den Lifecycle-Manager des Servers
  3. Setzen der Einstellungen über die DRAC QuickSync-Bezel

Jede dieser Möglichkeiten bieten gewisse Nachteile. Die Eingabe von IP, Netzmaske und Gateway über das LED-Display ist möglich aber mühsam. Die Konfiguration der DRAC über den Lifecycle-Manager des Servers setz voraus, dass ein KVM-Switch an den Server angeschlossen ist, um die Oberfläche des Lifecycle-Managers beim Serverstart auszuwählen. Auch bieten nicht alle DELL-Server eine QuickSync-Bezel an, die es erlaubt, Netzwerkkonfigurationen über NFC und eine spezielle Smartphone-App zu setzen. Schließlich lässt sich auf diesem Weg zwar eine initiale Netzwerkkonfiguration der iDRAC setzen aber weitergehende Konfigurationen, wie das Eintragen von NTP-Informationen, Hostnamen, das Setzen eines Kennworts etc. muss im Anschluss weiterhin über die Weboberfläche erledigt werden.

Während dieser Konfigurationsaufwand bei einzelnen Servern noch vertretbar ist, kann dieser in einem größeren Deploymentszenario mit 10 oder mehreren Servern schnell unverhältnismäßig groß werden, weshalb wir uns bei der abtis Gedanken um eine zeitsparendere Lösung gemacht haben.

Diese Lösung besteht aus folgenden Schritten:


Schritt 1: Notieren der ServiceTag der Server

Für die folgenden Schritte ist es notwendig, die zu konfigurierenden Server eindeutig über ihre DELL-ServiceTag zu identifizieren.

Nach dem Einbau der Server kann die ServiceTag entweder von einem Barcode-Aufkleber auf der Rückseite oder vom LED-Display auf der Vorderseite abgelesen werden. Um in Deploymentszenarien mit mehreren Servern Fehlern beim Ablesen der ServiceTag vorzubeugen, kann auch eine Smartphone-App wie „Barcode-Scanner“ (https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.zxing.client.android) verwendet werden, um den Barcode-Aufkleber auf der Rückseite des Servers auszulesen.


Schritt 2: Vergeben einer temporären IP-Adresse über DHCP

Über die QuickSync-Bezel oder das LED-Display auf der Vorderseite der Server wird die DRAC nun auf DHCP gestellt.

Die vom DHCP-Server zugewiesene IP kann vom LED-Display auf der Vorderseite des Servers abgelesen und notiert werden. In größeren Deployment-Szenarien bietet es sich stattdessen an, den entsprechenden IP-Pool mit einem Tool wie „IP-Scanner“ (Link) zu scannen und das Ergebnis in eine CSV-Datei zu exportieren.

Der Hostname, den der IP-Scanner für die gefundenen DRACS anzeigt ist nach dem Schema „idrac-“ aufgebaut, wodurch der betreffende Server identifiziert werden kann.

Tipp: Wenn zum Auslesen der ServiceTag eine Barcode-Scanner-App verwendet wird, die einen Zeitstempel speichert, wann immer ein Barcode eingelesen wurde, muss nur die Reihenfolge bekannt sein, in der die Barcodes ausgelesen wurden (z.B. Einbaureihenfolge im Serverrack), um einen Server seiner ServiceTag zuzuordnen.


Schritt 3: Erstellen einer CSV-Datei mit der gewünschten Netzwerkkonfiguration

Aus den bisher gesammelten Informationen wird eine CSV-Datei erstellt, die um die entsprechenden Konfigurationsdetails wie IP, Netzmaske, Gateway und DRAC-Hostname erweitert wird.

Da diese Datei später durch ein Skript verarbeitet werden wird, ist es wichtig zu beachten, dass folgende Spaltenüberschriften verwendet werden:

  • ServiceTag (ServiceTag des Servers)
  • TempAdress (Aktuell durch den DHCP vergebene temporäre IP der DRAC)
  • DNSRacName (Gewünschter DRAC-Hostname)
  • Adress (Gewünschte statische IP)
  • Netmask (Gewünschte statische Netzmaske)
  • Gateway (Gewünschte statischer Gateway)

 

Schritt 4: Export eines DRAC-Konfigurationstemplates

Für den Export eines Konfigurationstemplate sind die Dell OpenManage DRAC Tools erforderlich, die hier (http://www.dell.com/support/home/de/de/debsdt1/Drivers/DriversDetails?driverId=07M7Y) heruntergeladen werden können (Im Abschnitt „Andere Versionen“ sollte kontrolliert werden, ob bereits eine neuere Version der DRAC-Tools verfügbar ist).

Nach der Installation der DRAC-Tools lässt sich über die Windows-Eingabeaufforderung (cmd) der Befehl „racadm“ ausführen.

Als nächstes ist ein CIFS-Share anzulegen, auf den das exportierte Konfigurationstemplate gespeichert werden kann. Mit dem folgenden Befehl wird im Anschluss die Konfiguration der DRAC eines der Server (es spielt in diesem Szenario keine Rolle, welcher der Server ausgewählt wird) auf dem CIFS-Share abgelegt.

 

Schritt 5: Anpassen des DRAC-Konfigurationstemplates

Die im vorherigen Schritt exportierte XML-Datei wird nun über einen Texteditor geöffnet. Beim Export werden alle hostspezifischen Einstellungen standardmäßig auskommentiert. Um die Einstellungen ändern zu können, müssen die XML-Kommentarzeichen “ um das betreffende XML-Tag entfernt werden.

In diesem Beispiel entfernen wir die Kommentare um folgende Tags:

  • Attribute Name=“NIC.1#DNSRacName“
  • Attribute Name=“IPv4Static.1#Address“
  • Attribute Name=“IPv4Static.1#Netmask“
  • Attribute Name=“IPv4Static.1#Gateway“
  • Attribute Name=“IPv4.1#DHCPEnable“

Da wir eine statische IP setzen, wird das Tag für ‚DHCPEnable‘ auf ‚Disabled gesetzt‘:

 

Weitere Einstellungen, für alle Hosts im Deploymentszenario gleich sind, wie NTP, DNS, etc. können im Template unter den entsprechenden Tags eingetragen werden.

Tipp: Alternativ kann vor dem Export des DRAC-Templates in Schritt 4 auch eine DRAC über die Weboberfläche mit den gewünschten Einstellungen konfiguriert werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass im XML nach dem Export weiterhin die Kommentare um die betreffenden Einstellungen entfernt werden müssen.)

Sobald das Template entsprechend mit allen Einstellungen angepasst wurde, die für alle Server gelten erzeugen wir aus diesem Template eine DRAC-Settings-XML für jeden Server, die auch die serverspezifischen Einstellungen enthält, die in Schritt 3 erstellt wurde.

Dazu wird die folgende Funktion in eine PowerShell-Session geladen. Z.B. durch das Starten der PowerShell ISE, kopieren der Funktion in den Skripteditor und Laden der Funktion durch Strg-A + F8.

 

Als nächstes ist mit der PowerShell in das gewünschte Arbeitsverzeichnis (z.B. Desktop) zu wechseln und die Funktion wie folgt auszuführen:
CreateIdracSettings ‚C:\Pfad\zu\idrac-template.xml‘ ‚C:\Pfad\zu\idrac-settings.csv‘
Nach dem erfolgreichen Ausführen der Funktion wird im Arbeitsverzeichnis ein Ordner ‚idrac‘ angelegt, der zu jedem Server eine Konfigurationsdatei nach dem Schema .xml enthält.
Diese Datei kann nun schließlich mit dem folgenden RACADM-Befehl auf die jeweilige DRAC angewendet werden:

 

Redakt.: Manuel Batsching